Akupunktur Ausbildung

Das Fernstudium zum Heilpraktiker mit anschließender amtsärztlicher Überprüfung geht üblicherweise in erster Linie auf die medizinischen Grundlagen ein und lässt somit einzelne Methoden außer Acht. Wer aber als Heilpraktiker tätig werden möchte, sollte die eine oder andere Therapieform beherrschen, um seinen Patienten eine kompetente Behandlung zukommen lassen zu können. Im Zuge dessen bietet sich unter anderem die Akupunktur an, von deren Nutzen viele Menschen überzeugt sind. All diejenigen, die selbst bereits in den Genuss einer Akupunktur-Behandlung gekommen sind und diese selbst anbieten wollen, sollten sich zunächst dem Heilpraktiker-Fernstudium widmen und anschließend die Therapieform Akupunktur erlernen.

Was ist Akupunktur?

Wer sich für Methoden der Alternativmedizin interessiert, stößt unweigerlich auf die Akupunktur, die der traditionellen chinesischen Medizin zugeordnet werden kann und nachweislich bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus in China praktiziert wurde. Bis heute blieb diese alte Tradition erhalten und ist längst nicht mehr nur in ihrer chinesischen Heimat bekannt. Hierzulande entscheiden sich regelmäßig viele Heilpraktiker für eine TCM-Ausbildung und befassen sich im Zuge dessen auch mit der Akupunktur. Auch wer ohne die fernöstlichen Weisheiten aufgewachsen ist, kann durchaus einen Zugang zu dieser Methode finden. Zunächst dürfte eine Definition die dringendsten Fragen klären und Interessierten einen ersten Eindruck von dem Konzept der Akupunktur verschaffen. Diese nimmt an, dass die körperliche Lebensenergie, auch Qi genannt, den Meridianen folgt, die als Leitbahnen definiert werden können. Wird der Energiefluss gestört, treten Dysfunktionen auf. Mithilfe spezieller Akupunkturnadeln erfolgen dann gezielte Stiche, die dazu beitragen sollen, dass das Qi wieder fließen kann. Dabei werden die Einstichpunkte keineswegs willkürlich, sondern stattdessen den Akupunkturpunkten entlang der Meridiane entsprechend ausgewählt.

Die klassische Akupunktur greift auf Nadeln zurück, die in die Haut gestochen werden. In der traditionellen chinesischen Medizin sind zudem noch weitere Varianten verbreitet, die zwar anders vorgehen, jedoch ebenfalls den Energiefluss durch bestimmte Einwirkungen auf die Meridiane begünstigen wollen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang vor allem die folgenden Methoden:

  • Tuina
    Bei Tuina handelt es sich eine Massagetechnik, die darauf abzielt, Blockaden in den Meridianen zu lösen und auf diese Art und Weise die Basis für den Fluss von Qi zu schaffen.
  • Moxibustion
    Die Moxibustion greift auf die altbekannten Akupunkturpunkte zurück, ohne jedoch Nadelstiche vorzunehmen. Stattdessen soll der Energiefluss durch Hitze gefördert werden, indem getrocknete Beifußfasern auf der Haut verglimmen.
  • Akupressur
    Die Akupressur tritt als besondere Massageform in Erscheinung, die auf die Erkenntnisse der traditionellen Akupunktur zurückgreift, die Akupunkturpunkte aber durch Druck stimuliert.

Die Akupunktur-Ausbildung für Heilpraktiker

In Anbetracht der Vielzahl unterschiedlicher Methoden der traditionellen chinesischen Medizin sowie der Komplexität der Leitbahnen und Akupunkturpunkte bedarf es einer umfassenden Ausbildung, um Akupunktur-Behandlungen durchführen zu können. Das Fernstudium zum Heilpraktiker kann somit lediglich als Fundament für eine fundierte Akupunktur-Ausbildung dienen. Da diesbezüglich keine gesetzlichen Ausbildungsbestimmungen existieren, bestehen zum Teil gravierende Unterschiede zwischen den angebotenen Ausbildungen. Aus diesem Grund sollten sich Interessierte umfassend informieren und nicht nur dem Informationsmaterial der einzelnen Schulen vertrauen. Wer selbst bereits die eine oder andere Akupunktur-Behandlung in Anspruch genommen hat, kann sich beispielsweise bei seinem Therapeuten erkundigen, wo dieser gelernt hat. Auch anderweitige Erfahrungsberichte können eine große Hilfe sein. Grundsätzlich sollte eine Akupunktur-Ausbildung unter anderem die folgenden Inhalte behandeln:

  • medizinische Grundlagen
  • Physiologie
  • Neurophysiologie
  • Akupunktur
  • Anatomie
  • Grundlagen der TCM
  • Meridiane und Qi
  • Akupunkturbehandlungen – Anwendungsgebiete, Kontraindikationen und Durchführung

Voraussetzungen und Kosten die Akupunktur-Ausbildung

Je nach Ausbildungsinstitut kann für die Akupunktur-Ausbildung eine erfolgreich bestandene amtsärztliche Überprüfung als Heilpraktiker/in vorausgesetzt werden, während sich andere Kurse an Neueinsteiger wenden. Zum Teil werden auch entsprechende Weiterbildungen für Ärzte angeboten. Hinsichtlich der Voraussetzungen lassen sich somit keine pauschalen Angaben finden. Dies gilt ebenfalls für die Kosten, so dass man sich stets individuell informieren muss, um die Ausbildungskosten in Erfahrung zu bringen.

Ist eine Akupunktur-Ausbildung per Fernstudium möglich?

Zuweilen haben Heilpraktiker und andere Berufspraktiker aus dem medizinischen Bereich den Wunsch, sich berufsbegleitend auf dem Gebiet der Akupunktur weiterzubilden. Ein Fernkurs erscheint auf den ersten Blick ideal, doch bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass dem nicht so ist. Praktische Kenntnisse sind für Akupunktur-Therapeuten absolut unverzichtbar und können nicht über die Distanz gesammelt werden.

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